Warum müssen in Herne und Röhlinghausen Schulen geschlossen werden?
Die negative Entwicklung der Bevölkerungszahl im gesamten Ruhrgebiet ist dramatisch. Auch Herne ist von einem starken Bevölkerungsschwund betroffen. Lebten im Jahr 1975 noch rund 190.000 Menschen in Herne, sind es heute nur noch 159.231. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar. Warum versucht man nicht eine Infrastruktur, die auf 190.000 Menschen ausgelegt gewesen ist für eine geringere Bevölkerungszahl zu erhalten?
Weil die Stadt Herne eine Haushaltssicherungsgemeinde ist. Das heißt, dass sie so arm ist, dass ihr von der Bezirksregierung in Arnsberg jeder Haushalt kontrolliert und vorgeschrieben wird für was sie Geld ausgeben darf oder nicht. So geht es im Ruhrgebiet nicht nur Herne, sondern auch vielen anderen Nachbarstädten.
Ein Rückgang der Bevölkerungszahlen ist mit einem Rückgang der Zahl der Kinder verbunden, die die Schulen eines Stadtteils besuchen. So ist in Röhlinghausen in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein dramatischer Rückgang der Schülerzahlen zu verzeichnen gewesen. Lebten beispielweise 1995 im Wohnbereich Königsgrube noch 139 Schüler, ist diese Zahl bis 2010 auf 69 geschrumpft.
Wer hat über die Schließungen beraten?
Bei Schulschließungen handelt es sich um einen schwierigen Vorgang. Denn niemand will Schulen schließen. Aus diesem Grund war es der SPD im Rat der Stadt Herne wichtig, den Prozess für alle Beteiligten offen und transparent zu gestalten.
Aus diesem Grund wurde im Herbst letzten Jahres ein interfraktioneller Arbeitskreis gebildet, in dem Vertreter aller Parteien des Rates eingebunden werden sollten. In diesem Arbeitskreis wurden Kriterien erarbeitet, die für die Schließung einer Schule in einem Stadtbezirk – in allen vier Herner Stadtbezirken wird je eine Grundschule geschlossen – spricht.
Während dieses Prozesses wurden Schulleitungen und Elternvertreter regelmäßig über den neuesten Sachstand aufgeklärt.
Am 03.03. wurden die Schulleiter über die Ergebnisse des interfraktionellen Arbeitskreises informiert. Geplant war, dass die Ergebnisse dann zuerst den betroffenen Eltern und Lehrer-Kollegien erläutert werden, bevor dann schließlich am 17.03. die Öffentlichkeit in Kenntnis gesetzt wird. Das Eltern und Kollegien es dann am 04.03. aus der Zeitung und nicht im persönlichen Gespräch erfahren haben, ist schlichter Indiskretion bei einem/r der Beteiligten zu „verdanken“.
Welche Gründe sprachen speziell für die Görres-Schule?
In Röhlinghausen sind, wie oben erläutert, die Anzahl der Kinder insgesamt rapide gesunken. Es gibt aber einige herauszustellende Merkmale, die dann die Wahl auf die Görres-Schule fielen ließen:
Die Schülerzahlen sind in den letzten Jahren an der Görres-Schule stark gesunken. Waren 2007 noch 215 SchülerInnen an der Görres-Schule werden es 2009 nur noch 170. Und die Zahl würde bis 2015 – und das scheint nach bisherigem Trend sicher – auf 115 weiter zurückgehen.
Die Anzahl der Schüler, die sich für das kommende Schuljahr für Görres-Schule angemeldet haben könnte noch immerhin 56 (!) betragen. Sie liegt aber bei 21. Das hieße eine Einzügigkeit. Die Folge davon wäre, dass eine arme Stadt wie Herne eine viel zu große Schulgebäude für viel zu wenige Kinder betreiben und in Stand halten müsste. Dies könnte die Qualität anderer „gesünderer“ Schulen im negativen Sinne betreffen.
Ein Schließungskriterium und evtl. auch ein Grund für deutlich stärkeren Rückgang der Anmeldezahlen beispielsweise im Vergleich zur Süd-Schule liegen im Fehlen eines Angebots für Offenen Ganztag. OGS ist heutzutage einerseits ein unverzichtbares Mittel, um insbesondere Frauen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Andererseits ist es ein wichtiger Bestandteil in dem wichtigen Vorhaben, Kindern die bestmögliche Förderung zu kommen zu lassen, damit allen Kindern der Weg zu hoher Bildung und später guten Arbeitsplätzen, so gut es geht ermöglicht wird.
Der längste zu bewältigende Fußweg zur nächsten Grundschule würde sich von 1,8 auf nur 1,9 km verlängern. Die Görres-Schule stand nicht von vornherein feststand! Dass es die Görres-Schule traf wurde anhand dieser zentralen und einiger weiterer Kriterien erst ermittelt!
Wie geht es nun weiter?
Zuerst: benachbartes Lehrschwimmbecken und die Sporthalle werden nicht geschlossen, sondern bleiben wegen der guten Auslastung durch die Vereine erhalten!
Es folgt bis 15.04 ein sogenanntes Schulmitwirkungsverfahren, in dem die Schulen über die Situation beraten können. Die Schulen werden auf diesem Weg nicht alleine gelassen!
Am 26.05. wird in der Bezirksvertretung Eickel über den Schulentwicklungsplan abgestimmt und am 21.06. im Rat der Stadt Herne. Erst besteht ein endgültiger Beschluss.
Ab dem Schuljahr 2012/2013 werden keine weiteren Eingangsklassen für die Görres-Schule mehr gebildet.
Im weiteren Verlauf ist es nun wichtig, dass die Politik im Stadtbezirk Eickel und in Röhlinghausen darauf ein Auge hat, dass es zu keinen Nachteilen für die Schüler kommt. Ein Aufblähen der Schulklassen auf der Südschule soll und wird es in diesem Zusammenhang nicht geben!
Wenn Sie weitere Fragen zu dem Verfahren haben, dann wenden Sie sich an uns: kontakt@spd-roehlinghausen.de Wir werden Ihnen unmittelbar antworten!